Montag, 15. Juli 2013

Freiburg - Lörrach: ICH KANN DIE ALPEN SEHEN!

Strecke: 88 km Fahrtzeit: 4:35 h
Es ist soweit. Nach mittlerweile genau 616 km und exakt 32 Stunden auf meinem Fahrrad kann ich sie sehen! Ich bin gerade in der Jugendherberge in Lörrach, das Übernachten in der Schweiz ist mir zu teuer, die nächsten Tage möglicherweise viel Wildcampen??? Jedenfalls läuft die Grenze an der Jugendherberge im Wald vorbei. Das ist so ein geiles Gefühl. Aber ich habe auch Respekt vor dem, was mich die nächsten Tage erwartet. Ich weiß dass ich es schaffen werde, aber ich denke dass ich meine Grenzen oft überschreiten werden muss. Aber nun zu heute: Der Tag Pause hat gut getan. Der erste Tag an dem morgens meine Muskeln nicht mehr vom Vortag weh tun. Und das habe ich gemerkt. Bis auf das Ende der Strecke, wozu ich gleich komme, hatte ich keine Phase in der ich mich pushen musste. Zugegeben, die 30 Grad in Verbindung mit einer heftig brennenden Sonne schlauchen. Aber kein mucks von meinen Beinen. Erst hab ich mich natürlich von meinen Freunden verabschiedet. Von Freiburg ging es erstmal gemäßigt runter in südwestlicher Richtung zurück an den Rhein. Ich habe mich wieder gefreut ihn wiederzusehen, wie als ich aus Heidelberg kam. Aber siehe da: aus dem einst riesigen Strom ist ein Bach geworden?!? Schneller fließend, ohne Schiffe und wesentlich schmaler begrüßte er mich mit seinem kühlen Nass. Dann ging es weiter den Rhein entlang gen Süden. Immer mehr veränderte er sich, schaut euch die Bilder an. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, dort sind überall weiße "Steininseln", der Fluss teilt sich dazwischen auf, ist ganz flach und klar. Grandios sieht das aus. Ca. 6 km vor der Schweizer Grenze habe ich einen Campingplatz gesucht, jedoch keinen im vertretbaren Radius gefunden. Also bei der Jugendherberge anrufen. Mehrbettzimmer 22 €, Einzelzimmer 11 € aufschlag. Shit...Naja, die 16 km dort hin hatten es jedoch in sich. Diese Region, im Norden vom Hochschwarzwald, im Süden von den Alpen umgeben ist alles andere als flach. Ich habe geschrien und geflucht, so weh tat es. Erster Gang, Wiegetritt und einfach nicht aufgeben. Und irgendwann hab ich die Jugendherberge dann erreicht, wenigstens erwartet mich morgen als erstes ne schöne Abfahrt. :) An der Rezeption sagt die Frau: 22,- Mehrbett, 11,- Aufschlag für Einzelzimmer. Ich frag wie son Mehrbettzimmer denn belegt ist. Neee, das war mir zu krass, 10 schnarchende Personen um mich rum zu haben, muss ich doch morgen so ausgeschlafen sein wie nie. Außerdem habe ich mich heute enorm günstig ernährt ;) Alles klar, ich nehm das Einzelzimmer. 22,- bitte...hää??? Sach ma nix dacht ich mir. Tja, und so bin ich jetzt in einem Einzelzimmer mit vier Betten für 22,- Euro. Ich glaub ich werd jedes mal für zwei Stunden benutzen :) Morgen dann Jura-anstieg. Ich hoffe diese Blauworld-Karte und Internetflatrates funktionieren. Dann geht das bloggen wie gewohnt weiter. Eure whatsapp oder anderweitig übers Internet gesendeten Nachrichten werde ich wahrscheinlich etwas verzögert beantworten. Die Schweiz Etappen mache ich ganz spontan, wenn ich nicht mehr kann übernachte ich dort wo ich bin. Es soll ja auch noch nette Bauern geben. Und Kühe schnarchen nicht.

Pause Freiburg: Abfahrt mit Blessuren

Heute habe ich mich dafür entschieden den Tag zu pausieren. Nachdem unsere Zelte sich der Morgensonne entgegengestellt und sich auf 50 ºC aufgeheizt haben, haben wir um einen anderen Platz gebeten. Umziehen, duschen, Wäsche waschen. Da ich die Jungs auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht mit der einer Gondel aus einem nahgelegenen Nebental auf 1300 m hochzufahren, machten wir uns gegen 16 Uhr auf den weg. 10 km bis zur Talstation. Natürlich mit Fahrrad. Ca 15. dauerte die fahrt und oben hatte man einen fantastischen Ausblick auf den Hochschwarzwald mit Feldberg, Kaiserstuhl und Alpen, auch die Vogesen waren zu erkennen. Der Weg runter war das wo ich mich am meisten drauf freute. Gefühlte Stunden ging es auf geteerter Strasse wieder durch wahnsinnige Kurven zur Talstation. Immer zwischen 35 & 75 km/h, da diesmal ja kein Gepäck zu bremsen war. Alles gefilmt durch die Smartphone-Halterung am Lenker,  zwei Parts à 1Gb. 15 Minuten hat es eigentlich nur gedauert. Wär auch alles gut gewesen, hätte sich jonny nicht fast umgebracht. In einer scharfen kurve überschätzt er seine Bremsen, kommt auf die Gegenfahrbahn und wird nur knapp von zwei Autos verfehlt, die wegen der Kurve auch sehr langsam waren. Noch nix passiert, aber als er sich an der Leitplanke wieder draufsetzt kippt er um und holte sich fiese Wunden am Bein,  die ich dann später verarzten durfte. Schön Jod drauf und der Kerl hat geschrien wie ein Baby bei der Geburt. Nein, eher wie die Mutter. Jedenfalls war es eine geile Sache mit kleinem bitteren Beigeschmack. Abends noch zusammen eine Pizza gegessen und bei Bier am Fluss gechillt, denn morgen trennen sich unsere Wege ja wahrscheinlich wieder. Die beiden Kennengelernt zu haben war auf jeden Fall sehr geil und ein Besuch in Köln wird folgen. Achja: Wetter den sechsten Tag in Folge fantastisch.  Die Sonne brennt so sehr, dass Joe und Jonny "Engländer-rot" und meine Haare "Babyblond" werden. Morgen gehts bis 2 km vor die schweizer Grenze, um noch günstig zu übernachten. Leider habe ich seit zwei Tagen leichte Schmerzen in meiner linken Achilles-Sehne und hoffe dass diese wieder weggehen. Sonst hab ich ein Problem. Bis denn denn!

Samstag, 13. Juli 2013

Straßbourg - Freiburg: 16% Steigung und 100% Engländer

Strecke: 85 km Fahrtzeit: 4:40
Ciao amici! Geiler Tag! Ich komme grade frisch geduscht & gestylt ;) wieder zu meinem Zelt und nutze die Zeit den Blog zu schreiben. Heut bin ich mal richtig spät losgefahren, um mit meinem Dad noch gemütlich zu frühstücken und weil ja nur 75 km anstanden. Ganz gemütlich um 12 Uhr habe ich mich dann aufgemacht, ohne wirkliches Ziel, da in Freiburg scheinbar alles an Schlafplätzen schon weg war. Also einfach mal den Rhein rauf radeln und schauen was ich mache. Ich versuche mich heute mal kurz zu halten. Die Strecke war am Anfang zwar vom Untergrund Mist, aber die Natur war ein sehenswerter Anblick, genau wie die Dörfer mit ihren Fachwerkhäusern. Bei dem Bedürfnis, nach 20 km ein schattiges Plätzchen zu suchen (hier mal wieder strahlende Sonne und 29 ºC) sah ich zwei Jungs, Joe und Jonny (jaaa, ohne "h"), die das auf einer Wiese unter Bäumen schon geschafft hatten. Als ich mich zu ihnen setzte und Cafe mit frischem Cous-Cous ( keine Ahnung wie das geschrieben wird, disses Griesige Zeug) erzählten sie mir, das sie aus England kommen, in Berlin wohnen und heute nach Freiburg radeln. Entweder Wildcampen oder was andres finden. Sehr chillige Gesellen. Seit Frankfurt sind sie unterwegs, quer durch Deutschland. Spontan entschied ich mich, doch mit zu fahren. Ausserdem fanden sie die am Fahrrad angebrachte Musik durchaus attraktiv ;). Ich dachte mir es müssten ja jetzt noch 50 km sein, irgendwie kamen am Ende doch 85 km raus. Erst ging es noch fantastisch, wir haben uns viel unterhalten und die Strecke war eben. Doch irgendwann bog sie Richtung Schwarzwald ab. So wie die Orte immer mehr nach Alpen aussahen und rochen, wurde es dass auch vom Höhenprofil. Von 100 auf 300 m rauf, und dann scheinbar ewig rauf und runter. Nach jedem Anstieg kam eine Abfahrt, die ich mit Top speed 60km/h genommen habe (Joe hat den Highscore mit 67 km/h geholt, aber das war auch bekloppt :)) Und danach kam immer wieder ein Anstieg. Und zwar meist mit 10 bis max. 16%. DAS IST HEFTIG).Total kaputt kamen wir um 8 Uhr in Freiburg an und fanden mit unheimlich viel Glück einen Campingplatz, 2 km vom Stadtzentrum entfernt, der uns noch drauf ließ. Denn heute Abend ist tote Hosen Konzert in Freiburg....na dann war auch klar warum ich hier nix gefunden habe. Jetzt endlich n Radler, die Jungs wollen noch Party machen, und ich lass mich mal so treiben. Möglicherweise werd ich hier einen Tag Pause machen, da es erstens günstig ist, zweitens weil Joe und Jonny Unterhaltung bieten, drittens weil ich nach der nächste Etappe nach Basel die Alpen schaffen muss, und abschließend da Freiburg unheimlich schön ist. Und sonntags arbeitet man ja bekanntlich nicht. Jetzt hab ich mich wieder nicht kurz gefasst. ;) Leute, eurer Interesse spornt an und gibt mehr zusätzlich Power!

Heidelberg - Strasbourg: La Tour de France

Fahrtzeit: 4,5 h Strecke: 90 km

Bon Soir, mes amis!! Isch melde misch aus dem wunderschönen Strasbourg um euch von die eutige Etappe zü berischten! Gerade bin ich bei meinem Dad im Wohnmobil, und die Grenze an der man sein deutsches Datennetz verliert ist hier sehr nah, deshalb kam ich nicht früher dazu! Gestern Abend hatte ich einen interessanten Abend in Heidelberg. Eine wunderschöne Stadt, mit tollem Flair. Ich habe mich deutlich früher als die anderen abgesetzt und konnte deshalb heute morgen halbwegs früh raus, nicht wie Leo, der aussah als hätte ihn ein LKW überfahren. Um 10 Uhr habe ich mich verabschiedet und habe mich durch Heidelberg Richtung Südwesten aufgemacht. Die ersten 20 km hatten meine Muskeln leichte "Startschwierigkeiten", ich dachte dass ich wohl heute mal deutlich weniger fahren würde. Irgendwann ging es dann allerdings richtig gut und ich habe Kilometer gefressen. Eigentlich lässt sich übern den ersten Teil der Strecke garnicht viel sagen, nichts aufregendes. Nach 50 km tangierte ich Karlsruhe, was ich sah war nicht besonders schön. Irgendwann jedoch, ich sehnte mich schon so sehr, erblickte ich endlich wieder Vater Rhein, den ich ja am Vortag verlassen hatte. Wunderschön präsentiert er sich hier, mit Nebenarmen und Sümpfen, dicht bewachsen durch Baüme und Pflanzen. Dort musste ich dann auch wieder die Fähre nehmen um überzusetzen und landete nochmals in Rheinland-Pfalz. Jedoch nur für 2 km. Denn dann erreichte ich die Französische Grenze. Ein bisschen verwundert war ich schon, als sich diese nur durch eine kleine Brücke mit Holzgeländer zeigte (Siehe Foto). Die Tatsache, 4 Jahre französisch gelernt zu haben, und dass meine Ur-Oma aus dem Elsaß (wie dieser Teil Frankreichs heißt) stammt, haben mich dazu getrieben, diese Rheinseite, und damit französisches Staatsgebiet für meine Strecke zu wählen. Bei strahlendem Sonnenschein und 28 °C wollte ich in einem Café nun ein Erdbeertörtchen und einen Kaffe auf französisch bestellen und....habs nicht hinbekommen. Die Ähnlichkeit zum italienischen ist einfach zu gravierend, und ständig rutscht man mit Begriffen und Artikeln in eben jenes ab. Peinlich. Aber trotzdem habe ich mich unheimlich gut Gefühlt. Mit jeder abendlichen Ankunft in einer neuen und weiter entfernteren Stadt wächst das Hochgefühl, hier mit der puren Muskelkraft und meinem Fahrrad hingelangt zu sein und nicht mit dem Auto. Mit dem Auto fährt man los und ist da. Na gut, meinetwegen sieht man mal zwischendurch einen schönen Ausblick, aber mit dem Fahrrad erlebt man hautnah wie sich Sprache und Natur peu a peu verändern. Rheinisch - Hessisch - Badisch, Hunsrück, Taunus, Schwarzwald, all das erlebt man, und sieht es nicht nur. Und genau das füllt diese Reise mit so viel Schönheit. Wie dem auch sei, nach weiteren 20 km durch Frankreich gab es ein Wiedersehen mit meinem Vater auf der deutschen Seite. Mit Ihm bin ich dann die letzten Kilometer nach Strasbourg gefahren. Bis gerade waren wir Essen, und Strasbourg ist wiedermal eine unglaublich faszinierend schöne Stadt. Belächelt haben wir einen Einheimischen, der sagte, dass es hier ja auch einen Dom geben würde. Bis ich ihn gesehen habe. Na gut, er ist vielleicht nicht ganz so hoch. Aber er ist eine Augenweide. Auch die ganze Stadt, die immer wieder mal zu Deutschland und mal zu Frankreich gehörte, mit ihren kleinen Gassen und gut erhaltenen Häusern. Es war ein schöner Abend. Übrigens merke ich langsam, dass sich meine Beine scheinbar an die Belastung gewöhnen. Es geht viel lockerer als in den ersten beiden Tagen vorran. Morgen gehts dann mit gemäßigten 73 km nach Freiburg, falls ich da nen Schlafplatz finde! Gute Nacht!
Auf dem Weg kurz selbstständig gemacht

Karlsruhe erreicht

Interessanter Stadtname...

Versucht durch den Dschungel mal mit nem 70 cm breiten Fahrrad zu kommen

Obstwiese hinter Karlsruhe


Grenzübergang nach Frankreich

Babbo und ich

Je prende un cafe et un tarte...ja was heißt Erdbeeren


Kleine Rast in Frankreich
Dom von Strasbourg

Und noch ein Häuschen






Freitag, 12. Juli 2013

Mainz - Heidelberg: Fahrradfahren will gelernt sein

Strecke: 100 km Fahrtzeit: 5:10 h
Heute bin ich endlich mal in der Lage den Blog auf einem PC zu schreiben. Wird wahrscheinlich geordneter sein. :) Endlich konnte ich Nachts in einem vernünftigen Bett schlafen und eine Dusche nehmen...Um 7:00 Uhr aufgestanden und gefrühstückt habe ich mich gegen 8:30 Uhr auf den Weg gemacht. Durch die vorangegangen Tage erfahrener, habe ich mir einige Änderungen überlegt. Zum einen eine höhere Trittfrequenz, die wesentlich Beinschonender ist, zum anderen ein schön fettiges Essen am Mittag, BEVOR ich vor Hunger umkippe. Des weiteren eine gemäßigtere Geschwindigkeit auf den ersten 50 km und pauschale Pausen nach 15 - 20 km, auch wenn ich es zu dem Zeitpunkt nicht müsste. Und natürlich wieder viel Obst. Erst ging es durch Mainz, das eine recht schöne Rheinpromenade hat. Die erste Hälfte der Strecke ging wieder am Rhein entlang, die zweite Hälfte, nach Übersetzen mit einer Fähre, abseits des Rheins nach Heidelberg. Die Strecke am Rhein war Grauenhaft. Unglaublich wie eine der meist befahrenen Fahrradstrecken so bescheiden ausgebaut werden kann. Fast ausschließlich Schotterpisten, die mit 20kg Gepäck zur Tortour werden. Mehr als 16-17 km/h sind da nicht drin, und selbst die sind sauanstrengend. Nebenbei hatte es den Effekt, dass meine kompletten Antriebseinheiten wie Schaltwerk, Ritzel und Umwerfer mit einer eckelhaften Sand/Staubschicht überzogen waren. Nachdem ich also übergesetzt bin, und damit die Rheinland-Pfälzig - Hessische Grenze überquert habe, kam die fettige Nahrung. Gut gestärkt ging es über Lorsch Richtung Heidelberg, wodurch ich in das dritte Bundesland des Tages wechselte, Baden-Würtemberg. Mir fiel auf, dass nur wenig Abseits der Strecke der Ort "Heppenheim" liegt, den Formel 1 Interessierten als der Heimatort von Sebastian Vettel bekannt. Da musste ich natürlich hin. Nur das mein Fahrrad-Navi mich das erste Mal vollkommen bescheuert geführt hat. Ich habs Ordentlich angebrüllt ;). Dadurch hat mich Heppenheim 10 km mehr gekostet. Naja, passiert halt. Doch auf den restlichen 30 km machten sich die oben beschriebenen Änderungen bemerkbar. Deutlich entspannter, wenn auch immer noch fordernd, konnte ich diesen letzten Teil der Strecke bewältigen. Da fällt mir ein: So schön wie das obere Mittelrheintal war, so unscheinbar ist die Landschaft unterhalb von Mainz. Eigentlich nicht wesentlich anders als in Köln. schöner wurde es erst Richtung Heidelberg, dort erhebt sich im Osten der Odenwald, ein deutsches Mittelgebirge. Mein Freund in Heidelberg, den ich aus Datenschutzgründen Leo P. , obwohl nein, lieber L. Pöppinghaus nenne, ein Student wie er im Buche steht, war glücklicherweise schon aus der Uni zurück und beschloss mal so richtig einen Saufen zu gehen. Beim säubern und ölen des Fahrrads konnte ich ihm in einem ca. 10 Minütigen Gespräch erklären warum das....sagen wir eher suboptimal ist. :) Auch heute habe ich mich mit vielen Menschen unterhalten, aber da das scheinbar nun jeden Tag passiert, will ich euch damit nicht langweilen, auch wenns echt interessant ist. Generell gucken mich 80 % der Leute verwundert an, weil mein Fahrrad aussieht wie ein Umzugswagen ;). Da kommt man schnell ins Gespräch. Nun werden noch 1-2 Radler mit Freunden von Leo an den Neckarwiesen getrunken, die wohl sehr schön sein sollen. Achja, ich habe nie ein Wort übers Wetter verloren. Das liegt daran, dass es einfach seit dem Start wunderbar ist. Heute endlich etwas kühler, die Hitze der vergangenen Tage hat gefordert, aber strahlender Sonnenschein. Das führt übrigens auch dazu, dass ich schon jetzt sagen wir mal...Mokkafarben bin. ;) Bin mal gespannt wie das aussieht wenn ich in der Toskana bin und noch 2 Monate dort verbringe. Durch den kleinen Schwenker nach Heidelberg würde ich morgen 125 km nach Straßbourg fahren müssen, dort will ich mich Abends mit meinem Vater treffen, der mit dem Wohnmobil auch nach Elba unterwegs ist, dort allerdings nur eine Woche verbringt. Weder ich noch ihr würdet es als schummeln ansehen, wenn ich mich möglicherweise die letzten 20 km von ihm mitnehmen lasse. Richtig? :) Nun dann, bis morgen in Frankreich!!!
Sonnenuntergang in der Nähe von Mainz

Promenade in Mainz

Promenade in Mainz

"Gehavellandetes" Fahrradschild

Weinberge

Maisfelder, im Hintergrund der Odenwald

Aussicht aus Leos Loft in Heidelberg

Mittwoch, 10. Juli 2013

Koblenz - Mainz: WUN-DER-SCHÖN

Strecke: 100 km Fahrtzeit: 5h Hallo an alle interessierten Leser! Da sich jemand über die Rechtschreibung des gestrigen Blogs beschwert hat: Ich weiß es besser, kanns aber nicht. Zumindest nicht mit dem Smartphone. Verzeiht mir bitte ;) Nachdem ich die Nacht mit halbwegs erholsamem Schlaf am Rhein verbracht habe, und einen tollen Sonnenuntergang erlebt habe, (Foto 1&2) habe ich um viertel nach sieben wieder das Tageslicht erblickt und meine Sachen gepackt. Nach einigen Kilometern konnte ich dann das erste Mal das deutsche Eck sehen. (Foto 3). Kurz darauf wurde die Landschaft wunderschön. Wäre sie eine Frau würde ich sie "Eva Mendes" taufen. Allerdings hat sie schon einen Namen, der "Oberes Mittelrhein tal" lautet. 8 Stunden war ich unterwegs, davon allerdings nur 5 auf dem Fahrrad. Überall gab es Gelegenheiten diese eindrucksvolle Kulisse zu genießen. Foto 4 zeigt das Standesamt eines Ortes, an dessen Name ich mich nicht erinnern kann. (Schau Lukas, ich kann sogar Genitiv! ;) ). Foto 5 versucht die schönen Weinberge festzuhalten, Foto 6 zeigt die Loreley, die um einiges eindrucksvoller ist als es auf dem Foto erscheint. Strände sind in dem Teil des Rheins spärlich gesät, aber als ich den auf Foto 7 zu sehenden entdeckte, kam ich nicht drum herum, mir ein erfrischendes Bad zu genehmigen. Am ganzen Rhein entlang kam ich an tollen Ortschaften vorbei, und habe mich mit vielen Menschen unterhalten. Eine Frau aus Köln, die sich allerdings gemütlichere Etappen vorgenommen hat, und, richtig geil, eine Familie die aus dem kleinen Örtchen Krauthausen kommt, welcher 3 km von meinem Heimatort entfernt liegt. (Die Aachener Bekannten wissen was ich meine) Nachdem ich gemerkt habe, das Obst scheinbar meinen enormen Energieverbrauch zu stillen in der Lage war, aß ich auf der Tour 8 Bananen. Fehlentscheidungen. Bei Kilometer 70, ca auf Höhe Bingen, fingen sich meine Oberschenkel an zu melden. Mit einem Wahnsinnigen Kohldampf habe ich eine Metzgerei überfallen, in der ich zwei vor Fett nur so triefende Hähnchenschenkel gegessen habe. Und genau das hatte mir gefehlt. Gut gestärkt habe ich mich dann aufgemacht die letzten 30 Kilometer zu bezwingen. Und die Menschen begannen immer komischer zu babbele. Ei, da merkt man doch ganz gewaltisch de Nähe zu Hesse...Gerade sitze ich in einer guten Pizzeria, und muss dauerhaft schmunzeln. Der Dialekt ist einfach zu herrlich. Am Geilsten sind irgendwelche Gangster, die einfach nicht asi wirken, wenn die so reden. Naja, jedenfalls übernachte ich heute in einer Pension, die mir ein gut eingerichtetes Einzelzimmer bietet, und, was am herrlichsten ist, endlich eine Dusche. Morgen werde ich dann hoffentlich ausgeschlafener starten können. Dann gehts, spontan umgeplant, nicht nach Speyer, sondern nach Heidelberg, wo ein Freund von mir wohnt und mir damit eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit bereitstellt. Nebenbei ist er auch noch ein begnadeter Bassist...;) Danke für die 600 Klicks seit gestern, bis morgen Freunde!

Dienstag, 9. Juli 2013

Köln - Koblenz: Ersma dicke Lippe riskieren

Km: 100 Fahrzeit: 5h So. Geschafft. Zumindest mal die ersten hundert. Als ich mich in der südstadt das letzte mal wehleidig zum Dom umdrehte, wurde mir klar, was jetzt abgeht. Kein Kölsch mehr für 3 Monate...:( Bis zur Landesgrenze ging alles ganz flockig, obwohl die sonne schon sehr brannte und mich über den Tag ganze 4!! Liter Wasser hat trinken lassen. Aber danach hab ich gemerkt dass ein Brot und ein Fleischwurstbrötchen nicht der ideale start in einen "Radfahrtag" sind. Fast vom Fahrrad wär ich gekippt. Ab in den Supermarkt, Bananen und Äpfel für ne ganze Kompanie kaufen. Dann gings mir wieder gut :) Ausserdem scheint etwas dran zu sein, dass man mit soviel Gepäck schnell Gesprächsstoff bekommt. Etliche Personen haben mich schon angesprochen, mit einigen bin ich eine Zeit mitgeradelt. Schon nice. Kurz vor Koblenz hab ich dann, dem Hitzetot nahe, das kühle Nass des Rheins genossen und drüber nachgedacht einfach da zu campen. Aber erstmal zu Abend ne Pizza essen dacht ich. Jo. Dann muss natürlich ne Wespe mit anlauf meine Unterlippe küssen...Und jetzt sehe ich aus wie...beschissen halt. Naja, da es jedoch in dem örtchen nur eine pizzeria gibt - und das ist son Lieferding in dem es 35 ºC waren - hab ich mich zu einem romantischen Dinner mit der Pizza und meinem Fahrrad an den Rhein zurückgezogen. Ein Anruf in der Jugendherberge ergab das alles belegt ist. Was bedeutet, dass ich Wildcampen MUSS, und die Polizei mir deswegen garnichts KANN. Oder hätten die mich lieber auf ner Parkbank liegen? Na also. Dann halt duschen im Rhein und morgen vom Sonnenaufgang geweckt werden. Hat ja auch was. Und hoffentlich seh ich morgen nicht mehr aus wie ein Botox-Opfer...
(Fotos: Drachenfels, Landesgrenze, Super schöne "Blumenwiese", Botox-Behandlung, Romantisches Dinner)